Vorbereitung aufs Sozialpraktikum mit Besuch aus der Praxis
Zum ersten mal soll den Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen in diesem Schuljahr die Möglichkeit geboten werden, ein Sozialpraktikum zu leisten. Zur Vorbereitung auf Unbekanntes und Ungewohntes gab Frau Holzer einen spannenden Einblick in ihre Arbeit.
Die übergeordneten Ziele des Sozialpraktikums setzen sich aus den Anforderungen „Dienst für andere durch soziales Engagement zu leisten“ und „eigene Grenzen zu erweitern“ zusammen.
Dafür wurde für die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen ein Bildungsangebot eingerichtet, bei dem für die Dauer von drei Monaten die genannten Ziele im Vordergrund stehen.
Sehr selbständig hatten die 16 Teilnehmer des Bildungsangebots „Sozialpraktikum“ sich auf die Suche nach einer sozialen Einrichtung gemacht, die bereit ist, direktes soziales Engagement anzuleiten und zu begleiten.
Bevor die Schülerinnen und Schüler in die Praxis entlassen werden, wurde gemeinsam mit der Schulsozialarbeiterin Frau Merkt erarbeitet, was die Schlagworte „Dienst am Nächsten“, „Hilfebedürftigkeit“ und „Hilfelandschaft“ beinhalten. Es gehe nicht nur darum, etwas Gutes zu tun, sondern auch um Konfrontation mit Unbekanntem und Ungewohntem. Die Entlohnung für unentgeltliches soziales Engagement kann vom Lächeln eines Kindes mit Behinderung bis zur Anerkennung eines älteren Mannes reichen. Somit profitieren beide Seiten.
Dass Engagement neben der gesellschaftlichen Notwendigkeit geschätzt wird, soll durch ein Zertifikat der sozialen Einrichtung zum Ausdruck kommen. Als Anlage in einer Bewerbung kann ein solches Zertifikat auch für die berufliche Perspektive äußerst nützlich sein.
Nachdem sich gezeigt hatte, dass die Schüler überwiegend ältere, kranke und behinderte Menschen als hilfebedürftig ansehen und ihren Dienst in einer entsprechenden Einrichtung leisten möchten, erklärte sich Frau Holzer auf Anfrage spontan bereit, aus ihrem Alltag in der Tagespflege zu berichten. Als staatlich examinierte Altenpflegerin bietet sie ein individuelles Betreuungsprogramm für ältere Menschen in Spaichingen an.
Ziel des Vortrags war es, nicht nur die lustigen und angenehmen Seiten der Arbeit mit älteren Menschen kennen zu lernen, sondern auch die Vorbereitung auf Schicksale, Lebensgeschichten und Herausforderungen.
Welche Rolle persönlicher Glaube, eigene Kompetenzen und Grenzen im Alltag mit alten Menschen spielen, berichtete Frau Holzer anschaulich und vor allem aus einer Perspektive, die den Schülern bisher weitgehend unbekannt war.
Sozialpraktikum zum Zweiten
Frau Merkt hatte alle Praktikantinnen und Praktikanten während ihrer Praktikumszeit in einer sozialen Einrichtung zwischen Herbst und Winter 2010 besucht. In dem Reflexionsbesuch ging es darum, die Schülerinnen und Schüler von ihren bisherigen Erfahrungen berichten zu lassen und eine Rückmeldung zu ihrer Person und ihrer Arbeit sowohl zu geben als auch zu empfangen. Feedback und eine Auseinandersetzung mit dem Praktikum soll jungen Menschen Unterstützung aber auch die Möglichkeit bieten, eigene Wünsche und Bedürfnisse angemessen anzubringen.
Durch den ersten Durchlauf hatte sich gezeigt, dass soziales Engagement bei Jugendlichen ankommt und für viele eine echte Alternative zu Angeboten innerhalb der Schule bedeutet, auch wenn damit anstrengender körperlicher Einsatz und psychische Beanspruchung in Kauf genommen werden müssen.
Zudem zeigte ein reibungsloser Ablauf und die kooperative Zusammenarbeit mit Schülern und sozialen Einrichtungen, dass sich ein zweiter Durchgang des Bildungsangebots „Sozialpraktikum“ lohnen könnte.
Seit Februar engagieren sich im gesamten Kreis Tuttlingen wieder 15 Schülerinnen und Schüler für ältere und kranke Menschen, für Menschen mit Behinderung und für Kinder.
Die Absprachen, die Vorbereitung und die Begleitung des Praktikums zwischen der Schulsozialarbeiterin und den Praktikanten funktionieren gut.
Aufgrund der Zielformulierung eignet sich das Bildungsangebot für die Durchführung durch die Schulsozialarbeit. Durch das Praktikum werden softskills wie Kommunikation, Geduld, Verständnis und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit ausgebildet bzw. verstärkt. Um diese sozialen Kompetenzen geht es vor allem auch im Reflexionsgespräch, was fällt schwer, was benötigt man hier besonders, wo konnte ich bereits meine Fähigkeiten ausbauen.
Bis Mai engagieren sich die jungen Menschen noch, dann stehen erst mal Prüfungen an. Eine gute Vorbereitung auf alle möglichen Situationen, die da noch so auf einen zukommen, bietet das Sozialpraktikum mit Sicherheit.
Aktuelles / Termine
10. Mai 2012
Austellung über Pater Rupert Mayer (bis 25.05.2012)
22. Mai 2012
Prüfung Englisch Klasse 9
23. Mai 2012
Prüfung Englisch Klasse 10
25. Mai 2012
Berggottesdienst
28. Mai 2012
Pfingstferien bis 10.06.2012

